Kyffhäuserdenkmal

Ein Denkmal für Kaiser Wilhelm I.

Imposant ragt das Kyffhäuserdenkmal über die Goldene Aue, dem Gebiet zwischen Harz und Kyffhäuser. Schon kurz nach dem Tod Wilhelm I. begann man mit dem Bau des Denkmals. Dieser trat nach der Reichseinigung 1871 das Erbe Friedrich I., auch Barbarossa genannt, an. Wilhelm wurde aufgrund seines weißen Bartes auch oft "Barbablanca" genannt. "Der Weißbart auf des Rotbarts Thron", hieß es oft im Reich. Auch die Anordnung der beiden Plastiken widerspiegelt dies. Im unterirdischen Felsschloss Barbarossa und darüber das mayestätische Reiterstandbild Wilhelm I.

Die Barbarossasage - Kaiser Friedrich der Rotbart im Kyffhäuser

Kaiser Friedrich der Rotbart unternahm einen Kreuzzug in das heilige Land, dieses den Türken zu entreißen, von dannen er nicht wieder heimkehrte. Und bald darauf entstand im Volk mancherlei Gerücht und Sage, dass er nicht, wie doch die Kunde war, gestorben sei, sondern noch lebe, und wiederkommen werde. So wurde gesagt, er sei in einem Berg verzückt und gebannt. Manche nennen den Untersberg bei Salzburg, andere einen Felsen bei Kaiserslautern, darin der Kaiser verzaubert sitzen soll. Am meistern aber wird der Kyffhäuser als solcher Berg genannt. Da hinein soll er sich selbst verflucht haben mit seiner Tochter und allem Hofgesinde bis zur Zeit seiner Wiederkehr. Da sitzt er nun im Bergschloss, umgeben von seinen Wappnern, in einer glänzenden Halle, an einem güldenen Tisch und trägt auf dem Haupt eine alte güldene Krone. Des Kaisers roter Bart ist durch den Tisch gewachsen und reicht zweimal schon um den Tisch herum. Wenn er aber zum drittenmal herumreicht, dann wird der Kaiser heraufkommen, das Reich wieder behaupten, das Regiment bessern und das gelobte Land mit dem heiligen Grabe den Türken abgewinnen. Dann wird er seinen Schild hängen an den dürren Ast eines Birnenbaumes, der auf dem Ratsfeld steht, und eine große Schlacht wird dann geschlagen werden, der Baum aber wird grünen und blühen. Auch schläft der Kaiser nicht, sondern er nickt und zwinkert mit den Augen, wie im Halbschlummer und alle hundert Jahre sendet er einen Zwerg hinauf zu schauen: ob die Raben noch um die alte Burgwarte von Kyffhausen fliegen? Wenn er nun wiederkommt und aussagt, dass sie noch fliegen, wird der alte Kaiser traurig wie zuvor und schlummert wieder fort. So haben ihn schon manche gesehen.

Weitere Sehenswürdigkeiten in der Nähe

Königspfalz Tilleda

Im südlichen Harzvorland, direkt vor dem Kyffhäusermassiv liegt die Königspfalz Tilleda. Sie gilt als die einzige vollständig ausgegrabene frühmittelalterliche Herrscherresidenz Deutschlands. Schon 1935 begann man mit den Ausgrabungen, die bis 1979 abgeschlossen wurden.
Vieles deutet darauf hin, dass die Pfalz bereits um 700 errichtet wurde. Ihre Blütezeit erlebte sie jedoch zwischen dem 9. und 10. Jahrhundert unter den Ottonen.

Eine Pfalz im südlichen Harzvorland

 
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